Nachlass-Checkliste: Was nach einem Todesfall zu tun ist

Nachlass regeln und abwickeln – Schritt für Schritt, ohne Lücken. Mit kostenloser Checkliste als PDF.

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Alle Schritte dieser Seite als kompakte, druckbare Übersicht – von den ersten Formalitäten bis zur Wohnungsauflösung. Zum Abhaken, Weitergeben oder Ablegen.

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Worum es hier geht

Nach einem Todesfall laufen formale Pflichten, Organisation und emotionale Belastung parallel. Wer eine Erbschaft regeln muss, steht vor vielen Aufgaben gleichzeitig: Behördengänge, Verträge, Wohnung, Hausrat. Diese Checkliste strukturiert die gesamte Nachlassabwicklung: erst rechtlich absichern, dann Überblick schaffen, dann sauber verteilen. Die Reihenfolge ist entscheidend.

Die Schritte 1–4 betreffen die formale Seite, die Schritte 5–10 die praktische: den Hausrat erfassen, Erbstücke fair verteilen und die Wohnung auflösen. Dieselbe Checkliste eignet sich auch zur Nachlassplanung zu Lebzeiten – wer früh Überblick schafft, entlastet die Angehörigen später erheblich.

Sterbeurkunde beschaffen

Ohne Sterbeurkunde geht nichts. Beantrage mehrere beglaubigte Ausfertigungen beim Standesamt (üblich: 5–10 Stück).

  • Wird benötigt für: Banken, Versicherungen, Rentenstelle, Nachlassgericht
  • Lieber zu viele als nachträglich erneut beantragen

Testament und Erben klären

Prüfe, ob ein Testament existiert. Gefundene Testamente müssen beim Nachlassgericht abgegeben werden.

  • Nachlassgericht eröffnet das Testament offiziell
  • Ohne Testament gilt gesetzliche Erbfolge
  • Erbschein wird oft für Bankzugriff benötigt

Konten, Verträge und Ansprüche prüfen

Alle finanziellen und vertraglichen Themen erfassen und melden.

  • Banken (Konten, Vollmachten, Daueraufträge)
  • Versicherungen (Lebens-, Haftpflicht, Hausrat)
  • Rente, Arbeitgeber, Versorgungswerke
  • Laufende Verträge (Miete, Strom, Abos)

Ziel: Überblick über Vermögen, Schulden und laufende Kosten.

Wohnung und Nachlass sichern

Bevor irgendetwas verteilt wird: Zustand sichern.

  • Schlüssel klären und Zugriff dokumentieren
  • Wichtige Unterlagen sammeln (Verträge, Ordner, Dokumente)
  • Wertsachen sichern (Schmuck, Bargeld, Sammlungen)
Regel: Nichts mitnehmen, nichts verteilen, nichts entsorgen.

Vollständiges Inventar erstellen

Erfasse den gesamten Hausstand systematisch.

  • Alle Räume durchgehen
  • Jeden Gegenstand fotografieren
  • Kategorien bilden (Möbel, Schmuck, Dokumente, etc.)
Ziel: 100 % Übersicht. Erst erfassen, dann entscheiden.

Gemeinsame Datenbasis schaffen

Alle Beteiligten arbeiten mit denselben Informationen.

  • Zentrale Liste oder digitales System nutzen
  • Keine parallelen WhatsApp-Listen oder Einzelabsprachen
  • Jeder sieht denselben aktuellen Stand

Ziel: Transparenz statt Interpretationsspielraum.

Interessen erfassen

Jetzt festhalten, wer was möchte – nachvollziehbar und sichtbar für alle.

  • Interessen direkt am Gegenstand dokumentieren
  • Mehrfachinteressen sichtbar machen
  • Keine mündlichen „Reservierungen"

Ziel: Klare Ausgangslage für Entscheidungen.

Konflikte strukturiert klären

Überschneidungen sind normal. Entscheidend ist die Methode.

  • Alle Beteiligten sehen denselben Gegenstand
  • Entscheidung transparent treffen (Absprache, Ausgleich, Los)
  • Ergebnis direkt dokumentieren

Ziel: Sachliche Klärung statt persönlicher Konflikte.

Verteilung verbindlich festhalten

Jede Entscheidung wird dokumentiert.

  • Wer erhält welchen Gegenstand
  • Was ist noch offen
  • Was wird verkauft / gespendet / entsorgt

Ziel: Keine Diskussionen im Nachhinein.

Wohnungsauflösung nach dem Todesfall

Erst nach vollständiger Klärung starten. Eine Wohnungsauflösung nach einem Todesfall braucht meist mehrere Wochen Vorlauf – vor allem, wenn Kündigungsfristen des Mietvertrags laufen.

  • Mietverhältnis klären: Der Mietvertrag endet nicht automatisch – Fristen prüfen und früh mit dem Vermieter sprechen
  • Vergebene Gegenstände abholen lassen und Übergaben dokumentieren
  • Rest verkaufen, spenden oder entsorgen – bei großem Hausstand Angebote von Haushaltsauflösern vergleichen
  • Zählerstände ablesen, Schlüssel einsammeln, Wohnung besenrein übergeben

Ziel: Geordneter Abschluss ohne Verluste oder Streit.

Erbstücke fair verteilen

Bei den meisten Nachlässen entsteht Streit nicht über Geld, sondern über Erbstücke: Schmuck, Möbel, Fotos, Dinge mit Geschichte. Ihr Wert ist emotional – und genau deshalb schwer verhandelbar.

  • Jedes Erbstück einzeln erfassen: Foto, Beschreibung, Herkunft
  • Interessen offen dokumentieren statt mündlich „reservieren"
  • Bei mehrfachem Interesse: Absprache, Wertausgleich oder Los – Hauptsache transparent
  • Erinnerungsstücke ohne Geldwert nicht unterschätzen: Fotoalben lassen sich digitalisieren und mehrfach weitergeben

Ziel: Jedes Erbstück hat am Ende einen dokumentierten, nachvollziehbaren Weg.

Testamentsvollstrecker: Aufgaben im Überblick

Hat die verstorbene Person im Testament eine Testamentsvollstreckung angeordnet, übernimmt der Testamentsvollstrecker die Abwicklung des Nachlasses. Seine wichtigsten Aufgaben:

  • Nachlass in Besitz nehmen und ein Nachlassverzeichnis erstellen
  • Verbindlichkeiten begleichen (offene Rechnungen, laufende Verträge)
  • Den Nachlass nach den Vorgaben des Testaments an die Erben verteilen
  • Die Erben informieren und Rechenschaft ablegen

Auch mit Testamentsvollstrecker gilt: Ein vollständiges, für alle einsehbares Inventar macht die Abwicklung schneller und nachvollziehbarer – die Checkliste oben funktioniert dabei als gemeinsame Arbeitsgrundlage.

Häufige Fragen zur Nachlassabwicklung

Wie regelt man einen Nachlass?

In dieser Reihenfolge: Sterbeurkunde beschaffen, Testament und Erben klären, Konten und Verträge erfassen, Wohnung sichern, vollständiges Inventar erstellen – und erst dann verteilen. Die Checkliste oben führt durch alle zehn Schritte.

Was gehört alles zur Nachlassabwicklung?

Die formale Seite (Sterbeurkunde, Nachlassgericht, Banken, Versicherungen, Verträge) und die praktische Seite (Hausrat erfassen, Erbstücke verteilen, Wohnung auflösen). Beides läuft parallel – deshalb hilft eine Checkliste, nichts zu übersehen.

Gibt es diese Checkliste zum Ausdrucken?

Ja. Alle Schritte dieser Seite gibt es als kostenlose PDF-Checkliste zum Herunterladen – zum Abhaken, Weitergeben oder Ablegen.

Eignet sich die Checkliste auch zur Nachlassplanung zu Lebzeiten?

Ja. Wer den eigenen Nachlass frühzeitig plant, kann die Schritte 5–9 vorwegnehmen: Hausrat erfassen, Wünsche dokumentieren, alles für die Familie nachvollziehbar machen. Das entlastet die Angehörigen später erheblich.

Wobei Erbekatalog hilft

Erbekatalog bündelt Inventar, Beteiligte und Entscheidungen in einem System.

  • Gegenstände mit Foto erfassen
  • Beteiligte einladen
  • Interessen und Vergaben dokumentieren
  • Alle sehen denselben Stand

Wie die gemeinsame Sichtung und Verteilung im Detail abläuft, zeigt der Leitfaden Nachlass organisieren – Schritt für Schritt.

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